Römische Stadtmauer Köln • Nordtor • lichternte.koeln
Nordtor
Das Nordtor bestand aus dem Haupttor, zwei kleineren Seitendurchgängen und wurde flankiert von zwei quadratischen Türmen. Im Bogen des Haupttores waren die Buchstaben CCAA eingraviert. Der Bogen existiert noch und kann im römisch germanischen Museum besichtigt werden.
Die römische Nord-Süd-Fernstraße aus Richtung Nijmegen/Nimwegen (Noviomagus) und Xanten (Colonia Ulpia Traiana) gelangte durch das Nordtor der römischen Stadtmauer in die CCAA, führte über den cardo maximus (heutige Hohe Str./Hohe Pforte), verließ das römische Köln durch das Südtor und die heutige Bonner Str., führte nach Süden über Koblenz (Confluentes) und Mainz (Moguntiacum) und weiter in Richtung Italien.

Das Nordtor hatte beachtliche Ausmaße:
  • Breite: 30 Meter
  • Tiefe: 11,60 Meter
  • Höhe: mindestens 24 Meter

Haupttor (Durchfahrt):
  • (lichte) Breite: 5,60 Meter
  • (lichte) Höhe: Im Zentrum 8,60 Meter

Seitendurchgang:
  • (lichte) Breite: 1,90 Meter
  • (lichte) Höhe: 3,90 Meter
Seitendurchgang
Der auf der Domplatte stehende Seiteneingang des Nordtors steht einige Meter versetzt zu seinem ursprünglichen Standort und wurde mit Originalsteinen dort wieder aufgebaut. Das Nordtor der römischen Mauer stand ca. 10m tiefer.
Wenn der Seitendurchgang wirklich originalgetreu versetzt wurde, dann ist der Seitendurchgang auf der Domplatte (von der Stadtseite aus) der rechte, da an der linken Seite noch die Führungsfuge des Fallgitters vom Haupttor zu erkennen ist.

Das Nordtor wurde auch porta clericorum oder auch Pfaffentor genannt. Hierfür findet man zwei Begründungen. Zum einen durch die Nähe zum (alten und neuen) Dom, zum anderen durch die Legende des Bürgermeisters Hermann Gryn.

Herr Gryn und der Löwe (im Jahr 1266)
Zu der Zeit als Engelbert Erzbischof in Köln war, gab es in Köln den Bürgermeister Hermann Gryn. Engelbert stand im ständigen Streit mit der Kölner Bürgerschaft, Herr Gryn stand der Stadt vor und verteidigte deren Rechte (auch) der Kirche gegenüber.
Der Bischof besaß einen Löwen, der von zwei Domherren aufgezogen worden war und hatten Engelbert den Löwen geschenkt.
Die beiden Domherren (die auch Engelberts Freunde waren) luden den Bürgermeister zu einem Gastmahl ein und lenkten das Gespräch geschickt auf den Löwen.
Sie boten ihm eine Präsentation des Löwen an, worauf Bürgermeister Gryn sich gerne einließ. Was er allerdings nicht wusste, die beiden Domherren hatten den Löwen tagelang fasten lassen, so dass der sehr hungrig war.
Am Löwenzwinger angekommen, öffneten sie dort die Tür, ließen Herrn Gryn den Vortritt und schlugen die Tür sofort wieder zu. Im Glauben der Löwe würde den Rest erledigen gingen die beiden Domherren um sich wieder ihrem Mahl zu widmen.
Als der Löwe Gryn sah, stürzte auf ihn zu und setzte zum Sprung an. Bürgermeister Gryn schlang sich geistesgegenwärtig seinen Mantel (den er in der Hand hielt) um den Arm, zog sein Schwert und stieß es dem im Sprung befindlichen Löwen in den Rachen.
Hermann Gryn verließ ungesehen das Haus um am nächsten Morgen die beiden Domherren von der Gerichtsbarkeit festsetzen zu lassen.
Sie wurden an einen Balken gleich am Tor neben dem Dom gehenkt. Seitdem nannte man das Nordtor auch das Pfaffentor.

Zum Gedenken an die Geschichte des Herrn Gryn gibt es am Pfeilerbogengang des Rathauses ein Bild. Dort sieht man auch die Geschichten von Herzog Heinrich dem Löwen, Simsons Löwenkampf und Daniel in der Löwengrube.
Wir gehen links am Nordtor vorbei und durch die Stahltür rechts hinter dem U-Bahn-Abgang in die Tiefgarage. Hier finden wir die nächste Station, das Fundament des Nordtores.